GEMEINDE UNTERKOHLSTÄTTEN

A-7435 Unterkohlstätten 32 | Tel: 03354/8550 | Fax: 03354/85504 | Mail: post@unterkohlstaetten.bgld.gv.at

Um das Gewerbe des Kalkbrennens in Unterkohlstätten vor dem Vergessen zu bewahren, wurde im Jahr 2002 in einem Waldstück in Unterkohlstätten ein originalgetreuer Schau-Kalkofen errichtet. Der Kalkofen ist von den Ortschaften Ober- und Unterkohlstätten sehr gut erreichbar (sie folgen einfach der Beschilderung). Im 2-Jahres-Rhythmus wird der Kalkofen in Unterkohlstätten eingeheizt und in einem aufwendigen, mehrtägigen Prozess Branntkalk hergestellt.

Sie können sich hier anhand von Schautafeln überzeugen, wie die Menschen früher mit einfachen Hilfsmitteln und durch chemische Vorgänge aus Naturstein den so begehrten Branntkalk erzeugt haben.

Hintergrundinformationen:

In der Zwischenkriegszeit nützten einige Bauern das Kalkgesteinvorkommen rund um Unterkohlstätten um den alten wertvollen Baustoff „Kalk“ herzustellen. Vorwiegend in der Ried Steinwandriegel wurden Steine aus der Felswand gebrochen, dieser Kalkstein war das Ausgangmaterial für die Kalkbrennerei.

Der Kalkofen war aus Ziegel gemauert und zum Teil in die Erde hineingebaut. Die Kalksteine wurden zylinderförmig im Kalkofen aufgeschichtet. Für eine Füllung waren ca. 5000kg Steine notwendig. Der Ofen musste auf 1100 °C aufgeheizt werden. Bei einem Brennvorgang wurden ca. 10 Raummeter Holz verheizt.

Erst nach ca. 32-36 Stunden Brenndauer war der Branntkalk (Stückkalk) fertig. Diese Branntkalkstücke wurden früher mit Pferdefuhrwerken auf die Baustellen gebracht. Die Kalkstücke wurden durch die Zugabe von Wasser erst gebrauchsfertig gemacht. Ursprünglich sollte auch beim Bau der Lungenheilstätte am Geschriebenstein Kalk aus Unterkohlstätten verwendet werden, doch die vorhandenen Brennereien sahen sich außerstande, so große Mengen zu liefern. In den 50er Jahren wurde der Stückkalk vom industriegefertigten Staubkalk verdrängt, weil die Erzeugung dieses Produktes wesentlich billiger und einfacher war.

Die alten Kalköfen sind inzwischen verfallen und von der Natur überwuchert.

Früherer Anwendungsbereich:

- Beim Hausbau zur Herstellung des Mörtels

- Als Löschkalk zum Weißen der Wände

- Für die Getreidebeize

 

Kalkofen Unterkohlstätten
Beheizung des Ofens
Brennvorgang
Fertiger Branntkalk